Tafraoute

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Eine Stadt in mitten einer Berglandschaft, wie man sie sonst nur aus Alice im Wunderland kennt, dem Anti Atlas.

Der Weg hierher war allerdings ein bisschen beschwerlich, aber Paulchen hat uns trotz einigem ächzen nicht enttäuscht. Wir sind steile Bergpässe mit knapp 1000 Höhenmetern hoch gefahren, an den Seiten der Abhang ohne Leitplanken. Schwindelfreiheit ist dabei definitiv von Vorteil. Wir haben für die 160 km knapp 6h gebraucht, aber alleine die Aussicht die wir während der Fahrt genossen haben, hat uns dafür schon belohnt. Berge soweit das Auge reicht! Wer im Anti-Atlas braune, dürre Wüste erwartet, weit gefehlt! An den Berghängen sind viele kleine Terrassen angelegt, auf denen neben Wildkräutern und Kakteen die für die Region so typischen Arganienbäume wachsen. Dazwischen gibt es immer mal eine Ziegen- und Schafherde die an uns vorbei zieht. Palmen säumen in regelmäßigen Abständen mit ihren dazugehörigen Oasen den Weg. Selten hat der Satz „Der Weg ist das Ziel“ so gut gepasst!

In Tafraoute angekommen musste ich mir natürlich erstmal bevor wir weiter in die Einsamkeit ziehen, die ortstypischen Schuhe kaufen. Jetzt laufe ich wie auf Wolken :-) Eine Tajine später sind wir dann auch direkt in die Wildnis gefahren.

Hier gibt es unglaublich große Felsen auf die man klettern kann, mit kleinen Höhlen zum hinein kriechen. Manche Felsen sind sogar genauso bunt wie aus dem Märchen! Mich beschleicht ein wenig das Gefühl, dass ein sehr großer Riese hier seine Murmeln hat fallen lassen und ich in seiner Zauberwelt zu Besuch bin. Hier lässt es sich wahrlich aushalten. Unser neues Zuhause ist unter dem roten Pfefferbaum gleich rechts. Heute sind nur ein Auto und 4 Radfahrer an unserem neuen Zuhause vorbei gefahren. Die einzigen Geräusche hier sind die Pfefferkörner die im Wind wiegen und die Bienen die sich an den Wüstenblumen tummeln, die gerade in ihrer schönsten Blütenpracht stehen.

 

Da aber ein bisschen Arbeit auch sein muss, haben wir unseren Tisch im kühlenden Schatten des Pfefferbaumes platziert und damit wohl den schönsten Arbeitsplatz Marokkos für uns geschaffen. Soweit das Auge reicht gibt es nur Berge, Steine und Wüstenblumen.

Nach getaner Arbeit haben wir es uns nicht nehmen lassen den rosaroten Felsen zu erklimmen und die ein oder andere Höhle zu erforschen. Trotz der nahen Sahara haben wir dabei auch einen kleinen Teich mit zahlreichen Kaulquappen gefunden.

 

Die Steine waren übrigens verdammt schwer!

Abends kann man hier lauschig am Lagerfeuer sitzen und dabei den Himmel von 1001 Nacht bestaunen. Dabei hört man nur das Zischen und Knacken von den dürren Zweigen, die wir vorher unten den Büschen gesammelt haben. Mit den Klängen der Gitarre und einem heißen Lagerfeuer-Tee schweifen die Gedanken beim Blick in die tanzenden Flammen dann wunderbar in andere Welten.

 

 

Oasen-Schluchten-Tour

Falls sich das alles noch nicht toll genug anhört: von hier aus kann man eine wundervolle Tour mit dem Auto durch Oasen machen, die sich in einem Schluchtenpass entlang schlängeln.

Nach einem nochmals steilen Anstieg, eingerahmt von Bergen soweit das Auge reicht, geht es bergab in eine Schlucht. Die Berge vom Alter mit tiefen Falten gezeichnet und von der Sonne in einem rötlichen Braun gebräunt, erheben sich stolz von allen Seiten und kitzeln frech die Wolken. Und auf einmal ein Meer aus lilanen Blüten, das wie ein Teppich auf dem Gestein liegt. Das Wasser hat sich geduldig, über die Jahre hinweg, einen Weg durch den harten Felsen gewaschen. Daneben Dattelpalmen, die auf bunten Blumen gebettet sind, dazwischen glänzt und glitzert es immer wieder in der Sonne, das Lebenselexier.

Paulchen ist wie eine Ameise im Gras, durch die hohen Palmenhaine gefahren und hat uns dabei Dörfer aus Lehm und Ziegeln gezeigt, die sich an die Berghänge schmiegen. Männer mit Zipfelmützen genießen den kühlenden Schatten der Palmen am Wegesrand und winken uns lachend zu.

Jetzt bin ich mir endgültig sicher, dass vielleicht morgen schon der fliegende Teppich von Aladdin meinen Weg kreuzt!

 

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